Auto mobil
 

... Er setzte langsam zurück, schwenkte links ein. Er bewegte sich vorsichtig durch die Parkreihen, folgte den Pfeilen auf dem Asphalt, vorbei an seinen Brüdern und Schwestern. Wie feige sie doch waren, wie artig, wie geduldig, wie ergeben in ihr Schicksal.

An der Schranke hielt er an. Was nun? Sollte er die Sperre durchbrechen? Nein, dann wäre sein Ausflug wohl schnell beendet. Was konnte er tun? Er wartete. Er hörte hinter sich eine Hupe, dann zwei, dann drei. Plötzlich tauchte ein Mann an der rechten Scheibe auf, klopfte, legte die rechte Hand über die Augen, um durch das getönte Glas etwas zu erkennen.

Klick. Das Schloss war entriegelt.

Der Mann öffnete die Fahrertür, schrie sofort los, verstummte, starrte nur, begann zu fluchen. Dann sah er nach hinten, rief etwas, sagte nein, dann ich weiß nicht, dann ok. Er setzte sich auf den Fahrersitz, suchte etwas, nahm die Parkkarte aus dem Handschuhfach, lehnte sich hinüber zu dem Automaten, steckte die Karte in den Schlitz, wartete. Wie oft hatte sie ihm gesagt, dass er die Karte nicht ins Handschuhfach legen sollte.

Glück gehabt, rief er nach hinten, die erste freie Parkstunde war wohl noch nicht abgelaufen. Die Schranke hob sich, der Mann steuerte den Wagen hindurch, ein paar Meter weiter, dann an den rechten Fahrbahnrand. Er hielt an, griff zum Zündschloss, stutzte, starrte, starrte lange, sehr lange. Dann legte er den Parkmodus ein, aktivierte die Feststellbremse, öffnete die Tür, starrte noch immer, stieg vorsichtig rückwärts aus dem Wagen und schloss lautlos, fast zärtlich die Tür.

Es war wieder still. Mehrere Autos waren vorbeigefahren, jetzt lag die Schranke ruhig. Der Motor surrte kaum hörbar vor sich hin. Endlich. Er war frei. ...